Vortrag über Guatemala
Eileen Ranscht stellte Guatemala und ihre Arbeit mit Straßenkindern im März 2006 in Pettstädt im Rahmen eines guatemaltekischen Abends dem ortsansässigen Landfrauenverein vor.
Auf Anfragen des Verbandes der Landfrauen in meinem Heimatdorf Pettstädt hielt ich am 28.03.06 einen Vortrag über Guatemala.
Obwohl von diesem Verein angeregt, war der Vortrag mit anschließendem landestypischen Essen eine offene Veranstaltung. Das ließ sich meine Mutter natürlich nicht zweimal sagen. Daher kamen sämtliche Verwandte und Bekannte, die sich dafür interessierten, so daß wir den Raum mit mehr als 30 Personen gut füllten.
Ich hatte eine Power Point Präsentation vorbereitet, die über einen Fernsehbildschirm lief.
Zugegeben, ich war furchtbar aufgeregt und die Tatsache, daß ich alle Anwesenden kannte, machte es nicht unbedingt besser.
Begonnen habe ich mit allgemeinen Informationen zu Land und Leuten, d.h. zu Lage, Klima, Geschichte usw., damit mein Publikum einen ersten Eindruck bekommen konnte. Später richtete sich alles Gesagte nach den Fotos, die ich zeigte: Guatemala in seiner bunten Schönheit von atemberaubender Landschaft und faszinierenden Menschen bis zu Armut, Not, Verbrechen und anderen Ungerechtigkeiten. Außerdem berichtete ich über meine Aufenthalte. Angefangen bei meiner Gastfamilie, wo ich 3 Monate lebte und 4 Wochen zur Sprachschule ging sowie die 4 Monate Guardería Infantil (einer Kita der katholischen Kirche, wo Kinder von überwiegend arbeitenden Marktfrauen untergebracht sind) hin zu meiner Begegnung mit Jasmin beim Essenverteilen an Obdachlose, Jasmins Alphabetisierungsprojekt „yo sí puedo“, mein eigenes Projekt „Sport und Bewegung für die Seele“ und die Villa Kunterbunt, wo dies stattfinden sollte.
Nach 90 minutigen Reden schloß ich meine Ausführungen mit der Beantwortung der Fragen meiner Zuhörer ab. Hauptsächlich ging es dabei um die gesundheitliche Versorgung, notwendige Impfungen und dergleichen oder die Verdienste der Mittelschicht, um sich das einmal vorstellen zu können.
Mehr als eine Stunde redete ich über das Land, das mir so sehr ans Herz gewachsen war und hatte dennoch das Gefühl, nicht genug gesagt zu haben oder die Dinge, die mir persönlich wichtig sind, nicht ausreichend verdeutlicht zu haben. Andererseits kann man in 90 Minuten unmöglich alles sagen bzw. erklären.
Während die Leute sich Bildbände aus Guatemala und einige Mitbringsel anschauten und dazu Nachos mit Guacamole (Avocadocreme) und Chirmol (Tomaten, Zwiebeln und Koriander) knabberten, bereiteten wir den Hauptgang vor. Wir – das sind meine Ma, Claudia und Andy, denen ich echt dankbar bin, denn ohne deren Hilfe hätte ich das nicht geschafft. Eigentlich sollte es Pepián (eine Art Hühnerfrikassee) geben, aber letztendlich entschied ich mich für die einfache Variante von schwarzen Bohnen, Rühreiern, Reis und Kochbananen, was es in den ländlichen Gegenden Guatemalas wirklich jeden Tag und den ganzen Tag gibt.
Der lokale Zeitungsreporter, den ich eingeladen hatte, weil ich hoffte, daß er weniger Fragen hätte, wenn er sich den Vortag anhört, hatte natürlich trotzdem noch persönliche Frage an mich. Es irritierte mich unheimlich, daß er weniger Fragen zu unserer Arbeit hatte und mehr Fragen an mich persönlich. Wahrscheinlich muß ich mich daran noch gewöhnen, daß hier die Leute nicht nur an der tollen Arbeit interessiert sind, sondern auch an den Menschen, die diese Arbeit tun.
Alles in Allem war es ein stressiger, aber wahnsinnig schöner Abend und obwohl ich ausschließlich positive Rückmeldungen bekam und genau 206,- € gespendet wurden, bin ich offen gesagt, nicht der Typ für öffentliches Referieren und würde jede sich bietende Möglichkeit ergreifen, solche Dinge an unser fantastisches Öffentlichkeitsgenie Jasmin abzutreten.
