Große Brillenaktion dank der Hilfe unserer Mitglieder und Optivision!
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In einer gemeinsamen Aktion verteilten Optivision und Qué Chido e.V. die von Frau Markworth gesammelten Brillen. Ein Augenarzt überprüfte dabei die Sehstärke. |
Dank einer erfolgreichen Kooperation von Qué Chido e.V. und Optivision, einer guatemaltekischen Organisation, die durch Guatemala fährt und an verschiedenen Orten Brillen anbietet, konnten endlich die von Frau Markworth aus Holzminden gespendeten Brillen sinnvoll in Umlauf gebracht werden.
Mit enormem Engagement hat Frau Ingrid Markworth im letzten Jahr für uns fast 100 Brillen für Kinder und Erwachsene gesammelt. Lange Zeit haben wir dann überlegt, wie wir diese Sehhilfen hier in Guatemala sinnvoll verteilen können.
Guatemala ist durch viele hundert Hilfsorganisationen in den letzten Jahren besonders im Bereich von Antigua Guatemala überschwemmt worden mit Gratis-Gütern. Viele Familien wissen ganz genau, wo sie im Monat Schlange stehen müssen um kostenlos neue Kleidung, Nahrungsmittel oder Medizinische Hilfe zu bekommen. Qué Chido e.V. ist konsequent gegen diese Haltung des Verschenkens. Zum einen hilft es den Menschen nicht, weil es sie in dem Glauben belässt, dass sie arm sind, und Hilfe von außen benötigen, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Zum anderen schafft es Abhängigkeiten.
Viele Eltern melden Ihre Kinder in verschiedenen Projekten an, damit sie möglichst viel Profit einbringen. Dies nimmt den Kindern oft die Zeit etwas Sinnvolles zu lernen, weil sie an verschiedenen Stellen zum Betteln eingeteilt sind.
Zum Glück habe einige der sehr großen Projekte reagiert und sprechen sich untereinander ab, wenn gleiche Sachen verschenkt werden, dürfen Kinder nur noch in einem Projekt angesiedelt sein. Da es aber insgesamt schwierig ist, zu erforschen, welches Projekt gerade welche Dinge verschenkt, gilt häufig, Kinder gehen in das Projekt, was am meisten verschenkt.
Ja, auch unter Sozialprojekten gibt es eine enorme Konkurrenz.
Im Falle unseres Schutzengelprojektes haben wir im letzten halben Jahr 20 Kinder verloren, weil wir „nur“ unterrichten und keine Dinge verschenken. Im Nachbarort haben Kanadische und Japanische Regierungsorganisationen Projekte eröffnet, die den Kindern, bzw. deren Eltern verboten haben, die Kinder weiter bei uns lernen zu lassen. Das zum Thema Nachhaltigkeit der Arbeit großer Geberorganisationen.
Wir lassen uns aber weiterhin nicht unterkriegen, führen Gespräche mit den Großprojekten, um klar zu machen, wie wichtig unsere Grundbildung für die Zukunft der Kinder ist. Natürlich sind wir auch auf Spenden angewiesen, ja, und wir nehmen auch Patenschaften für die Kinder an. Die Gelder werden aber allesamt im Projekt für alle Kinder eingesetzt. Hinzu kommt, dass wir unsere Familien genau kennen und deshalb genau abwägen können, wann wir mit Sachmitteln unterstützen können.
Im Falle der Brillen von Frau Markworth haben wir uns deshalb entschlossen, diese an eine guatemaltekische Organisation zu vergeben, die einerseits die Möglichkeiten hat, die Gläser auf ihre Sehschärfe zu testen und andererseits genauso denkt, wie wir: verschenken allein führt zu nichts. Optivision verlangt kleine Beiträge je nach finanzieller Situation der Familie, die zwischen 50EUR Cent und 20EUR pro Brille und Untersuchung liegen. Mittels dieser Einnahmen für Untersuchung des Patienten und der Brille kann Optivision seine Transportkosten zu den Einsatzorten decken. Außerdem gibt der Unkostenbeitrag den Menschen das Gefühl selbst zur Verbesserung der Situation durch den Kauf beigetragen zu haben.



