Qué chido e.V. - Verein zur Linderung der Kinderarmut in Lateinamerika

Busfahren in Guatemala - ein nicht immer ganz ungefährliches Abenteuer.

Busse in GuatemalaEin besonderes Merkmal lateinamerikanischer Staaten sind ihre bunt lackierten Busse, genannt Camionetas.

Busfahren ist auch in Guatemala ein beliebtes und vor allem günstiges Mittel, um von A nach B zu kommen. Für den größten Teil der Guatemalteken sind die Camionetas das einzige Fortbewegungsmittel.

Eine Fahrt von Antigua Guatemala nach Guatemala City kostet 7 Quetzales, umgerechnet also 70 Cent für eine Fahrtzeit von ca. einer Stunde. Als Busse werden meistens die aus den USA stammenden Schulbusse verwendet, die über Mexiko nach Guatemala kommen. (Über Zustand der Bremsen und Stoßdämpfer muß man nach der langen Fahrt kaum etwas sagen....)

Es gibt neben einem Fahrer einen „Helfer“, den ayudante, der zum einen das Fahrgeld einsammelt, aber auch Fahrgästen Infos zur Route gibt oder bei Stopps das jeweilige Ziel mehrfach lautstark ausruft, obwohl es eigentlich vorne am Bus zu lesen ist. Das rührt natürlich daher, dass viele Menschen in diesen Ländern keine oder nur eine geringe Schulbildung genossen haben und daher meist Analphabeten sind. Es gibt einen festen Busfahrplan, jedoch heißt dass nicht, dass die Busse tatsächlich pünktlich abfahren. Meistens muss man aber nicht länger als 15 Minuten auf seinen Bus warten. Es gibt zwar gewisse feste Haltepunkte, aber grundsätzlich kann man einsteigen, wo man möchte: man gibt dem Fahrer lediglich ein Handzeichen.

Die Sitzbänke, die normalerweise 3 Personen Platz bieten (in Deutschland 2), werden zu Stoßzeiten auch von 5 benutzt. Zusätzlich finden noch Fahrgäste im Gang platz. Es wird dann vom Fahrer auch nicht darauf geachtet, ob der Bus bereits nach unseren Maßstäben voll besetzt ist. Es kann vorkommen, dass selbst draußen an Haltestäben die Leute „hängen“. Busse in Guatemala

Man sollte keine Angst haben, wenn man in einem solch voll besetzten Bus sitzt und aussteigen will. Aussteigen, aber auch Einsteigen ist durch die hintere Tür möglich, so dass man sich nicht zwingend durch den vollen Bus drängen muss. Die hintere Tür befindet sich allerdings im Heck, nicht seitlich. Was beim Einsteigen gilt, gilt ebenso beim Aussteigen: es ist überall auf der Route möglich.

Hat man Gepäck dabei, kann dieses zum einen ohne Aufpreis im Gepäcknetz oder auf dem Dach transportiert werden. Sollte das aber auf einem Sitzplatz stehen, kostet das Gepäck ebenfalls. Natürlich kann man aber, wie bei fast allen Gelegenheiten in Guatemala, verhandeln.

Busse in Guatemala

Leider ist es um die Sicherheit und technische Ausrüstung vieler Busse schlecht bestellt.

Man sollte darauf achten, dass die Busse für den Fall eines Unfalls versichert sind. Ein Aufkleber an der Windschutzscheibe verraten, ob und bis wann der Bus versichert ist. Dadurch hat man eine gewisse Sicherheit, dass die von der Versicherung geforderten Mindeststandarts eingehalten werden. Ein versicherter Bus gibt ausserdem Aufschluß darüber, ob ein Bus überhaupt gemeldet ist. Leider werden viele Busse sozusagen als Piraterie Busse betrieben. Weder die technischem Maßstäber der Busse, noch die Fahrer erfüllen hier häufig die ohnehin nicht allzu hohen Standards.

Es gibt z.Zt. auch wieder mehr Überfälle in den Camionetas. Zur  Regel sollte man es sich machen, keine Wertgegenstände wie Schmuck oder Kameras offen zu zeigen und nicht zuviel Geld in der Geldbörse (vorher preparieren!!) zu haben (den Rest z.B. lose in einer Hosentasche). Sollte es wirklich zu einem Überfall kommen, gibt es nur einen guten Ratschlag: Ruhe bewahren und sein Geld bzw. alles was gefordert wird widerstandslos herausgeben. Gerade in den roten Stadtbussen in Guatemala gehen Überfälle regelmäßig tödlich aus, wenn Mensch sich weigert seine Wertsachen abzugeben. Alles ist ersetzbar, aber ein Leben nicht.

Trotzdem sollte man sich dadurch nicht abschrecken lassen, mit einer Camioneta zu fahren, da sie das gebräuchlichste Verkehrsmittel in dieser Region ist. Camionetas fahren zu fast allen Sehenswürdigkeiten Guatemalas und ermöglichen einen ganz anderen Einblick in das Land, als die Typischen Touristenshuttles. Es ist zudem ein kleines Abenteuer mitzuerleben, wie die bunten Busse bei feuriger Salsamusik durch die Berge Guatemalas kurven.

 

 

 
 
 
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