Küken in der Villa Kunterbunt
Als die ersten Kinder eines morgens in den Garten stürmten, waren sie auf einmal ganz ganz leise. Sie hatten unsere temporären Mitbewohner endeckt, die sich eng und ängstlich aneinander kuschelten. Das Gequieke war nicht zu überhören, die kleinen Küken verlangten nach ihrer Mutter und fühlten sich, obwohl zu zehnt, sichtlich einsam. Nora und Frank hatten sie am Vortag aus einer riesen Schaar von Küken ausgesucht, um dem Nachbarn der Villa Kunterbunt seine durch unsere drei Katzen geraubten 18 Küken zu ersetzen. Ruck-zuck machten alle sich daran, aus einem Karton ein Haus für die Küken zu basteln, komplett mit Futternapf und Wasserversorgung und mit den ersten Sonnenstrahlen wurden die gefiederen Freunde auf den noch taufrischen Rasen des Gartens gesetzt. Ella erwies sich zu unserem Erstaunen als würdiger Labrador / Schäferhund Mischling.
Behutsam stupste sie kleine Ausreißer wieder zurück zur Gruppe und beschützte sie vor der alzu neugierigen Nase und Schnauze unseres Gasthundes Sancho. Niemand konnte ihr dies bis zu diesem Zeitpunkt beibringen, allerdings erwiesen sich Ellas Instinkte als genau die Richtigen. Die Kinder gingen ebenfalls sehr behutsam mit den fragilen Küken um und brachten sie nach ein paar Tagen gemeinsam zu ihrem neuen Zuhause. Jedesmal wenn wir dort vorbeigehen steht ein Besuch an und wir sind erstaunt wie schnell sich aus unseren kleinen Federbündeln richtige Hühner und Hähne entwickeln. So erleben die Kinder bewusst, wie sich Leben entwickelt und was Fürsorge und Vorsicht bedeuten. 
